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Wissen · 14-10-2026 · 5 Min. Lesezeit

Laserschutzbrille für Laserpointer: So wählen Sie die richtige

Eine Laserschutzbrille schützt nur, wenn sie zur Wellenlänge und Leistung Ihres Lasers passt. Wir erklären Kennzeichnung, Schutzstufen und den Unterschied zwischen Schutz- und Justierbrille.

Violetter Laserpointer AV-1 mit sichtbarem Laserstrahl im Dunkeln

Wer einen Laser der Klasse 3B besitzt, sollte eine Laserschutzbrille besitzen. Doch nicht jede Brille mit farbigen Gläsern schützt, und eine falsch gewählte Brille wiegt Sie in trügerischer Sicherheit. In diesem Ratgeber erklären wir, worauf es bei einer Laserschutzbrille ankommt, wie Sie die Kennzeichnung lesen und welche Brille zu welchem Laser passt.

Warum eine Laserschutzbrille bei Klasse 3B sinnvoll ist

Bei Lasern der Klasse 3B kann bereits eine sehr kurze direkte Bestrahlung des Auges bleibende Schäden verursachen. Das Risiko entsteht nicht nur, wenn jemand bewusst in den Strahl blickt. Häufiger sind ungeplante Situationen: ein Reflex an einer Fensterscheibe, an Wasser oder an einem Blechdach, ein Stolpern im Gelände, ein unachtsamer Moment beim Einschalten. Eine passende Laserschutzbrille ist für diese Fälle Ihre letzte Schutzschicht. Sie ersetzt nicht die Grundregel, niemals in den Strahl zu blicken.

Das wichtigste Kriterium: die Wellenlänge

Eine Laserschutzbrille filtert gezielt einen bestimmten Wellenlängenbereich. Sie schützt deshalb nur gegen Laser mit genau dieser Wellenlänge. Für unsere Modelle bedeutet das:

LaserWellenlängeBrille muss schützen bei
Grün: AG-1, AG-2, AGP-3 Pro, AGP-1, AGP-2532 nm532 nm
Violett: AV-1, AVP-1 Pro, AVP-2, VEX-1000 Pro405 nm405 nm

Für unsere roten Modelle (AR-1, ARP-1, ARP-2) nennen wir derzeit keine Wellenlänge. Wählen Sie hier eine Brille, die den roten Spektralbereich abdeckt, in dem Laserpointer üblicherweise arbeiten, oder fragen Sie den Brillenhersteller.

Eine Brille für Grün schützt nicht automatisch vor Violett – und umgekehrt. Wer mehrere Farben nutzt, etwa mit dem Pro-Set, braucht eine Brille, die alle verwendeten Wellenlängen abdeckt, oder mehrere Brillen. Eine normale Sonnenbrille bietet keinerlei Laserschutz.

Schutzstufe und Kennzeichnung

Laserschutzbrillen für den professionellen Einsatz werden in Europa nach der Norm EN 207 geprüft. Auf Brille oder Filter finden Sie eine Kennzeichnung, die unter anderem enthält:

  • die Betriebsart des Lasers, für die die Brille geprüft ist (bei Laserpointern ist das in der Regel Dauerstrich, gekennzeichnet mit D),
  • die Wellenlänge oder den Wellenlängenbereich,
  • die Schutzstufe (LB-Stufe): Je höher die Zahl, desto höher die Leistung, der der Filter standhält,
  • Hersteller und Prüfzeichen.

Manche einfachen Brillen nennen nur eine optische Dichte (OD). Sie beschreibt, wie stark der Filter das Licht abschwächt, sagt aber nichts darüber, ob der Filter einem starken Strahl standhält. Für Laser der Klasse 3B empfehlen wir Brillen mit nachvollziehbarer Kennzeichnung nach EN 207 und einer Schutzstufe, die zur Leistung Ihres Lasers passt. Im Zweifel fragen Sie beim Brillenhersteller nach.

Schutzbrille oder Justierbrille?

Eine Laserschutzbrille nach EN 207 blockiert die Wellenlänge so stark, dass Sie den Laserpunkt kaum noch sehen. Für Arbeiten, bei denen Sie den Punkt sehen müssen – etwa bei der Vogelabwehr oder beim Zeigen –, gibt es Justierbrillen nach EN 208. Sie schwächen sichtbares Laserlicht so weit ab, dass ein kurzer zufälliger Treffer dem Risiko eines Lasers der Klasse 2 entspricht, lassen den Punkt aber erkennbar. Welche Lösung für Ihre Anwendung richtig ist, hängt von der Leistung Ihres Lasers und Ihrem Einsatz ab; lassen Sie sich im Zweifel vom Brillenhersteller beraten.

Schutzbrille für mehrere Laserfarben

Wer mehrere Laser verschiedener Farben nutzt, hat zwei Möglichkeiten: eine Brille, deren Filter mehrere Wellenlängen abdeckt, oder getrennte Brillen je Farbe. Beschriften Sie getrennte Brillen deutlich, damit es im Dunkeln nicht zu Verwechslungen kommt.

Woran Sie eine schlechte Brille erkennen

  • Keine Angabe der Wellenlänge oder nur „für alle Laser".
  • Keine Kennzeichnung nach EN 207 oder EN 208.
  • Kratzer, Risse oder ausgeblichene Filter – beschädigte Brillen sofort ersetzen.
  • Seitlich offene Bauform, durch die Streulicht ins Auge gelangt.

Laserschutzbrille beim VEX-1000 Pro

Dem VEX-1000 Pro liegt eine Schutzbrille bei. Prüfen Sie vor dem ersten Einsatz die Kennzeichnung, damit Sie sicher sind, dass sie für 405 nm und die Leistung dieses Hochleistungslasers ausgelegt ist.

Auch mit Brille gilt

Eine Laserschutzbrille schützt nur Sie – nicht die Menschen um Sie herum und nicht Piloten oder Fahrer. Die wichtigsten Regeln bleiben deshalb unverändert:

  • Den Strahl niemals auf Augen, Menschen oder Tiere richten.
  • Niemals auf Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen, Fahrzeuge oder Schiffe zielen.
  • Spiegelnde Flächen meiden und prüfen, was hinter dem Ziel liegt.
  • Auch mit Brille nie bewusst in den Strahl blicken.
  • Den Laser bei Nichtgebrauch sichern und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Wer andere Personen in der Nähe hat – etwa bei einer Sternführung –, sollte zusätzlich durch Aufstellung und Zeigetechnik dafür sorgen, dass niemand in den Strahlengang gerät.

Häufige Fragen zur Laserschutzbrille

Ich trage eine Brille – was nun?

Für Brillenträger gibt es Laserschutzbrillen als Überbrille, die über der Korrektionsbrille getragen werden. Achten Sie darauf, dass sie seitlich gut abschließt.

Warum sind die Gläser farbig?

Der Filter blockiert die Laserwellenlänge und lässt andere Farben durch. Brillen gegen grünes Laserlicht sind deshalb meist rötlich oder orange getönt, Brillen gegen violettes Licht eher gelb bis orange. Die Färbung allein sagt aber nichts über die Schutzwirkung aus – entscheidend ist die Kennzeichnung.

Brauchen Zuschauer auch eine Brille?

Wer sich im möglichen Strahlengang aufhält, ist gefährdet. Besser als Brillen für alle ist eine Aufstellung, bei der niemand vor oder neben dem Strahl steht.

Pflege und Aufbewahrung

Bewahren Sie die Brille in einem Etui auf, reinigen Sie die Filter nur mit einem weichen Tuch und meiden Sie Lösungsmittel. Kontrollieren Sie die Brille vor jedem Einsatz auf Beschädigungen. Eine Brille, die heruntergefallen ist oder Risse zeigt, gehört ersetzt.

Fazit

Die richtige Laserschutzbrille passt zur Wellenlänge und zur Leistung Ihres Lasers und ist nach einer anerkannten Norm gekennzeichnet. Für Grün heißt das 532 nm, für Violett 405 nm. Mehr zu den Laserklassen lesen Sie im Beitrag Laserklasse 3B erklärt, alle Sicherheitsregeln auf unserer Seite Sicherheit.

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